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Früher vs.Heute: Virtual Reality 1788 – 1968

„Jetzt gibt’s was auf die Ohren!“ - Augmented Reality zum Hören

Früher vs.Heute: Virtual Reality 1788 – 1968

Sep , 28

Wer mit einer VR-Brille in die digitalen Welten von VR-Games wie Half Life: Alyx abtaucht, dürfte sich heute kaum darüber Gedanken machen, wo die Anfänge dieser Technologie zu finden sind. Nahezu unbegrenzt sind die technischen Möglichkeiten, die Virtual Reality in der Gegenwart bietet.

Doch wie bei vielen Erfolgsgeschichten ging auch der neuen Technologie eine Serie von Misserfolgen und Fehlschlägen, aber auch von Visionen und einem Feuerwerk von Ideen voraus. Wir gehen zurück zu den Anfängen der Virtual Reality, in das 18. Jahrhundert, und zeichnen die Geschichte einer bahnbrechenden Technologie nach. Heute: 1788 bis 1968

1788: Virtual Reality wird geboren

Dass er einmal der Wegbereiter für eine spektakuläre Technologie sein würde, glaubte der irische Maler Rober Barker wohl selbst nicht, als er im Jahr 1788 sein erstes Rundbild der Öffentlichkeit präsentierte. Er nannte es vier Jahre später „The Panorama“, eine Kombination aus den griechischen Wörtern „pan“ (alles) und „horama“ (Sicht).

Für die Ausstellung in der schottischen Hauptstadt Edinburgh ließ er eine 15 m hohe und 100 m lange Leinwand anfertigen, die kreisrund war und in deren Mitte sich eine Plattform für die Betrachter befand. Die Besucher erlebten die Illusion, als befänden sie sich mitten in dem abgebildeten Geschehen. Das Rundbild konnte nicht mit einem Blick erfasst werden, sondern nur durch eine Drehung des Körpers.

1838: 3D Bilder aus dem Stereoskop

50 Jahre nach dem ersten Versuch, eine virtuelle Welt zu schaffen, wagte der Physiker Sir Charles Wheatstone einen neuen Versuch. Mit seinem Stereoskop erfand er ein Gerät, das in der Lage war, dreidimensionale Bilder zu erzeugen. Er machte sich die Tatsache zunutze, dass das menschliche Auge ein Bild als dreidimensional wahrnimmt, wenn jedes Auge einen leicht veränderten Blickwinkel erhält.

Der Prototyp war ein unhandliches Konstrukt, das aus einem Holzbrett und zwei Spiegeln bestand, die in einem 45-Grad-Winkel angebracht waren. 11 Jahre später präsentierte Wheatstone eine verifizierte Form des Stereoskops. Er schrumpfte das Gerät auf die Größe einer handlichen Box mit zwei Linsen, in der die Position der Bilder verändert werden konnte. In den 1920er Jahren hatte sich ein ganzer Industriezweig auf die Herstellung von Stereoskopen spezialisiert.

1929: Die ersten Flugsimulatoren

Der unermüdlichen Forschungs- und Entwicklungsarbeit der Brüder Wright ist es zu verdanken, dass sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts das Flugzeug als neues Verkehrsmittel etablierte. Die neue Technik erforderte neue Ausbildungswege, denn nicht jeder vermeintliche Pilot beherrschte die Kunst des Starts und der Landung.

Dem Orgelbauer Edward Link gelang im Jahr 1929 der Durchbruch mit dem Prototyp eines Flugsimulators. Die Flugschüler saßen in einer abgedunkelten Kabine, die wegen ihrer Blaufärbung „Blue Box“ genannt wurde und sahen nur die beleuchteten Instrumente vor sich. Der erste funktionsfähige Flugsimulator ermöglichte es den Flugschülern, ein Flugzeug bei völliger Finsternis nur nach Instrumenten zu fliegen.

Trotz der Fortschrittlichkeit von Links Apparat dauerte es bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges, bis der Flugsimulator zur Standardausrüstung des US-Militärs wurde.

1962: Der Siegeszug von Virtual Reality beginnt

Regisseur und Kameramann Morton Heilig gilt als Pionier der Virtual Reality. Er entwickelte in den 1950er Jahren das sogenannte Sensorama und ließ es im Jahr 1962 patentieren. Beim Sensorama handelt es sich um einen Automaten, in dem ein stereokskopischer Film in Form eines Video-Arcade-Games abgespielt wird. Komplettiert wird das VR-Erlebnis durch einen rüttelnden Sitz, eine vibrierende Lenkstange und Stereosound. Später installierte der Erfinder Ventilatoren, die Wind simulierten und er ließ Gerüche durch die Luft wabern.

Der kommerzielle Durchbruch gelang dem Sensorama nie. Die hohen Produktionskosten und die Störanfälligkeit des Gerätes erwiesen sich als Hindernis für eine effiziente Vermarktung.

1968: Die erste VR-Brille

Im Jahr 1968 war es endlich so weit: Die erste mit einem Computer verbundene Datenbrille wurde vom Informatiker Ivan Sutherland in Zusammenarbeit mit einem seiner Studenten entwickelt. Sie ähnelte verblüffend den Modellen aus der Gegenwart und war in der Lage, die Bildbewegungen mit den Bewegungen des Kopfes zu synchronisieren. Die Ähnlichkeit mit heutigen VR-Brillen beschränkte sich jedoch auf das Kopfteil. Die Konstruktion war so überdimensioniert, dass sie an der Decke befestigt werden musste und ohne Halterung nicht eingesetzt werden konnte. Der Spitzname „The Damocles Sword“ (Damokles Schwert) bezieht sich auf das Gewicht des Ungetüms.

Vergleichbar ist die erste virtuelle Realität jedoch nach heutigen Maßstäben eher mit Augmented Reality. Sutherland arbeitete später an der Entwicklung von Flugsimulatoren und erhielt im Jahr 2015 den „Special Founder Award“ für seine Arbeit.